Geistliche Impulse aus der Auferstehungskirche 30.6.2020

Zeit zum Genießen
Jetzt sind die Ferien da! Für viele von uns sehen die kommenden Wochen anders aus, als wir es im Januar geplant hatten. Statt Griechenland oder Malediven ist nun Nordseestrand oder Bayrischer Wald angesagt. Oder Urlaub daheim. Solche Planänderungen können uns verdrießen. Wir können sie aber auch genießen. Genuss entsteht ja nicht durch die Ferne des Reiseziels oder die Sterne des Hotels. Genuss entsteht durch bewusstes Wahrnehmen. Die Ferien- und Urlaubszeit ist eine Einladung, uns mehr Zeit für’s Schmecken und Sehen zu nehmen als es im Alltag möglich ist: Ein guter Wein. Ein leckeres Essen. Eine schöne Pflanze. Der Gesang eines Vogels. Die Augen deiner/deines Liebsten, das Lachen eines Kindes. Das gewonnene Schachspiel. Ein Musikstück. Frühstück im Bett. Das alles können wir auch in diesem Sommer erleben. Vielleicht nehmen wir es noch ein bisschen bewusster wahr, lassen es ein bisschen länger nachwirken!

In der Bibel werden wir aufgefordert: „Schmeckt uns seht wie freundlich der Herr ist.“ (Psalm 34,9) Über das Genießen der Gaben kann man etwas noch Größeres erfahren: All das Schöne, das wir erleben, kommt aus Gottes Hand. Er legt es in seiner Freundlichkeit in unseren Schoß. So werden aus den kleinen Dingen lauter Geschenke, die uns die Liebe Gottes spüren lassen. Wenn Sie Ihre Ferienerlebnisse auf diese Weise betrachten, werden Sie einen unvergesslichen Urlaub haben!

Gebet
Lieber Gott, ich danke dir für diese Sommerzeit, auch wenn sie anders ist als sonst!
Danke für die Wärme, das Licht, das Blühen und Wachsen um mich her!
Danke für die freie Zeit und für die vielen Dinge, die ich darin genießen kann.
Das alles kommt aus deiner Hand; ist dein Geschenk an mich!
Bitte öffne meine Sinne für den Reichtum deiner Gaben!
Lass mich auch die unscheinbaren Dinge wahrnehmen und genießen
und lass mich hinter dem allen dich entdecken als den Geber aller Gaben!
Amen.

Lied

Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben.

(EG 503, 1)