Ihr Lieben!
Freundschaft ist heute unser Thema und von einer Freundschaft möchte ich euch erzählen. Von einer Freundschaft in der Bibel.
Eine Freundschaft zwischen diesen beiden hier.
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Der eine Mann auf dem Bild ist David.
Von dem habt ihr bestimmt schon mal gehört.
David hatte als junger Kerl den Goliath besiegt, den Vorkämpfer der Philister. Daraufhin hatte König Saul ihn an seinen Königshof geholt.
Der andere heißt Jonathan. Jonathan war der Sohn von Saul. Der sollte später der Nachfolger auf dem Königsthron werden, sollte einmal selber König von Israel werden.
Zwischen diesen beiden jungen Männern entsteht eine Freundschaft.
Die beiden sahen sich ja am Königshof immer wieder, waren ungefähr im gleichen Alter. Sie unterhielten sich öfters und merkten schnell: Wir verstehen uns. Wir haben dieselbe Wellenlänge.
Wenn wir uns unterhalten, dann kommen wir mit dem Reden nie ans Ende. Es macht einfach Spaß, zusammen zu jagen, Bogen zu schießen, über Politik und über Religion zu diskutieren. Beide spürten: da ist eine innere Verwandtschaft. In der Bibel steht: „Ihre Seelen verbanden sich.“
Echte Freundschaft!
Das ist etwas ganz Großartiges!
Was macht denn so eine Freundschaft aus?
5 Kennzeichen möchte ich Euch nennen.
Kennzeichen echter Freundschaft.
1. Zeit für Gespräch
Das haben wir gerade schon gehört. Zu einer echten Freundschaft gehört, dass man Zeit miteinander verbringt. Zeit, um sich zu erzählen, um sich auszutauschen. Das hatten die beiden.
Und ganz eng damit verbunden ist ein zweiter Punkt:
2. Ehrlicher Austausch
Freunde können sich offen und ehrlich ihre Meinung sagen. Beim Freund brauche ich keine Angst haben. Es ist auch gar nicht schlimm, wenn wir mal unterschiedliche Auffassungen haben. Beim Freund muss ich mich nicht verstellen, sondern kann ganz ehrlich sagen, was ich denke und fühle.
So haben Jonathan und David Zeit miteinander verbracht und viel und offen und ehrlich geredet.
3. Miteinander teilen
Als David und Jonathan sich kennen gelernt haben und merkten, wie gut sie sich verstehen, da schließen Sie einen Freundschaftsbund. So steht das in der Bibel: Sie schlossen einen Bund. Ganz offiziell. Haben sich feierlich versprochen: Wir wollen für immer Freunde sein. Und als Zeichen seiner Freundschaft schenkt Jonathan und dem David etwas sehr Wertvolles. Er schenkt ihm seine Rüstung: Schwert und Bogen und Gürtel.
Das Teilen hier ist ziemlich einseitig. David war ja ein einfacher Bauernsohn und besaß fast nichts. Jonathan als Königssohn war ziemlich reich. Mit diesem Geschenk zeigte er David: Du bist mir wichtig. So wichtig, dass ich dir gerne eine Freude machen möchte, dass ich etwas mit dir teilen möchte, was bisher nur mir gehörte.
Teilen gehört zu einer Freundschaft dazu.
Das muss nichts Teures sein. Es kann ein Spielzeug sein, das man gern hat oder ein wirklich guter Wein im Keller oder ein Buch, das man liebt oder auch Zeit, die man der Freundin schenkt.
Was kannst Du mit deinem Freund/deiner Freundin teilen?
4. Einander vertrauen
Einem echten Freund kannst du vertrauen. Auf den kannst du dich verlassen.
Über der Freundschaft von David und Jonathan lag ein dunkler Schatten: der König Saul wurde immer unfreundlicher zu David. Erst hat er ihn gemocht und gefördert, hat ihm zum Offizier, sogar zum General gemacht. Aber David war zu erfolgreich. Die Leute fingen an, David mehr zu bejubeln als Saul. Und das ärgerte Saul. Er wurde eifersüchtig. Und er bekam auch Angst: wenn das so weitergeht, dann wollen die Leute am Ende David zum König machen!
Saul wurde so böse auf David, dass er einmal sogar ein Speer nahm und auf ihn schleuderte. David konnte gerade noch ausweichen und ist davongerannt.
Jetzt stand die Freundschaft zwischen David und Jonathan auf der Probe. Stellt euch das mal vor: Wenn euer eigener Vater euren Freund/ eure Freundin hassen würde und schaden will! Schlimm!
Einmal sitzt Saul mit allen Ministern und Hofleuten beim Essen zusammen. Jonathan sitzt ihm gegenüber. Aber Davids Platz ist frei. Jonathan weiß: David ist geflohen und hat sich versteckt. Saul sieht auf den leeren Platz und fragt: Wo ist dieser Kerl? Jonathan sagt: David hat sich bei mir entschuldigt. Er ist verreist und konnte nicht kommen. Da wurde Saul wütend und schrie seinen Sohn an: Ich weiß genau, dass du zu diesem hergelaufenen Kerl hältst! Und ich weiß genau: Wenn David am Leben bleibt, werde ich nicht König bleiben und du wirst nie König werden. Schick also hin und lass ihn festnehmen. Er muss sterben!
Aber Jonathan widersetzt sich. Statt ihn auszuliefern, warnt er David und hilft ihm zur Flucht.
Jonathan steht zu seinem Freund auch in dieser schwierigen Situation. Er verrät ihn nicht, auch wenn dadurch die Beziehung zu seinem eigenen Vater zerbricht.
Damit kommen wir zu einem 5. Kennzeichen. Da geht es jetzt um die hohe Schule der Freundschaft:
5. Die eigenen Interessen zurückstellen
Ein wirklich guter Freund stellt die eigenen Interessen zu Gunsten des Freundes zurück.
Jonathan wusste tief im Inneren: Mein Vater hat wohl recht. Wenn David am Leben bleibt, dann wird er früher oder später König werden. Er ist so beliebt, so begabt, so erfolgreich! Und es ist so offensichtlich, dass Gott auf seiner Seite steht. Da kann es eigentlich gar nicht anders sein. Er wird irgendwann König werden.
Und das heißt: ich werde nicht König – wenn David am Leben bleibt.
Ich hätte gut verstehen können, wenn die Freundschaft zwischen Jonathan und David daran zerbrochen wäre. Ich könnte es gut verstehen, wenn Jonathan sagen würde: Freundschaft hin oder her, auf meine Königswürde will ich nicht verzichten. Lieber einen Freund verlieren als meine Krone!
Manche Freundschaften hören da auf, wo die eigenen Interessen bedroht sind.
Aber Jonathan reagiert anders:
Lieber meine Krone verlieren als meinen Freund. Lieber auf meine Interessen, meinen Vorteil verzichten, als meinem Freund schaden.
Übrigens – genau so hat uns Jesus seine Freundschaft gezeigt.
Er hat einmal zu seinen Jüngern gesagt: Es gibt kein größeres Zeichen von Liebe, als dass man sein Leben für seine Freunde hingibt.
Jesus hat ganz radikal seine eigenen Interessen zurückgestellt aus Freundschaft zu uns.
5 Kennzeichen echter Freundschaft.
Wie finde ich nur so einen Freund?
Wo gibt es denn so einen wie Jonathan?
So ein Freund fällt nicht vom Himmel.
Ich glaube, gute Freunde finde ich am ehesten, indem ich selber für andere ein guter Freund werde.
Indem ich mir Zeit nehme für einen Menschen und offen und ehrlich bin und teile und verlässlich bin und meine Interessen auch mal zurückstelle.
Freunde gewinne ich, indem ich Freund werde.
Und Jesus, der unser bester Freund sein will, bewahre eure Herzen und Gedanken in seinem Frieden! Amen.
Ihr Lieben!
Freundschaft ist heute unser Thema und von einer Freundschaft möchte ich euch erzählen. Von einer Freundschaft in der Bibel.
Eine Freundschaft zwischen diesen beiden hier.
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